Verankert in unseren Unternehmenswerten «Unser Innovationsgeist treibt uns an» steht dieses Projekt sinnbildlich: AEON ist ein humanoider Roboter, der aktuell bei uns in der Produktionsumgebung getestet wird. Dabei geht es nicht um den Ersatz des Menschen, sondern um Unterstützung und Qualitätsverbesserung einfacher und monotoner menschlicher Tätigkeiten.

Auf Social Media sind sie in Kurzclips immer wieder präsent: humanoide Roboter von Tesla oder Boston Dynamics, die beeindruckende Tätigkeiten ausführen. Der schwedische Technologiekonzern Hexagon, ein Lieferant von Messgeräten für Pilatus, entwickelt mit AEON ebenfalls einen humanoiden – also menschenähnlichen – Roboter für industrielle Anwendungen. Dieser ist derzeit für Tests in unseren Fabrikhallen unterwegs. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Projekt, aus dem beide Parteien wertvolle Erfahrungen gewinnen. 

Test in realer Umgebung 

Der humanoide Roboter kombiniert Sensorik, Künstliche Intelligenz und präzise Messtechnik mit fortschrittlicher Bewegungssteuerung. AEON kann seine Umgebung dabei wahrnehmen, Aufgaben wie Objektmanipulation, Teileinspektion und digitale Erfassung ausführen sowie sich autonom in komplexen Umgebungen wie unseren Fabrikhallen bewegen. Ein erster «Use Case» beinhaltet die Überprüfung einer Bauteilegruppe. Dabei bewegt sich der Roboter eigenständig zur Baugruppe – beispielsweise zu einer Seitenwand eines PC-24 – und prüft selbstständig, ob das richtige Bauteil am richtigen Ort durch den Mitarbeitenden installiert wurde. Das abschliessende Ziel dieses «Use Case» ist es, die Automation in der Qualitätsprüfung zu erhöhen und so die Prozesssicherheit insgesamt zu verbessern.

Eine lange Reise vor sich 

Obschon bei Pilatus bereits heute Roboter im Einsatz sind, handelt es sich hier erstmals um einen Roboter, der dem Menschen ähnlich ist – und lediglich um einen ersten Test. Im Umfeld von Pilatus ist die Komplexität hinsichtlich der Bewegung im Raum hoch: Der Humanoid muss eigenständig erkennen, welche Baugruppe sich wo in der grossen Produktionshalle befindet, um mit dem Prüfvorgang beginnen zu können. Sicherheitsrelevante Aspekte sind dabei selbstverständlich zentral – der Humanoid darf weder Menschen noch Komponenten gefährden. 

Der Humanoid hat sich in der Halle von Benjamin Mettler, Leiter Strukturbau, bewegt. Er sagt dazu: «Der Roboter hat zu Beginn bei einigen Mitarbeitenden in meinem Team eine gewisse Befremdlichkeit ausgelöst. Wir sehen jedoch durchwegs das Potenzial, das der Roboter hat. Das System muss jedoch noch stark ausgereift werden, bis es künftig einmal eingesetzt werden kann – er hat noch eine lange Reise vor sich.» 

Kein Ersatz für den Menschen 

Der Hersteller plant, die humanoiden Roboter künftig einzusetzen, um die Sicherheit zu erhöhen, die Autonomie zu verbessern und menschliche Arbeitskräfte bei wiederkehrenden oder körperlich belastenden Tätigkeiten zu unterstützen. 

Kilian Läubli ist Projektmanager bei Pilatus und begleitet das innovative Projekt und betont: «Es geht nicht um den Ersatz des Menschen, sondern um Tätigkeiten, für die Pilatus generell Schwierigkeiten hat, überhaupt Mitarbeitende finden zu können.» 

Selbstverständlich erhofft man sich davon auch einen Effizienzgewinn. Ein weiterer Vorteil ist, dass AEON auch nachts arbeiten könnte: So würden sämtliche Arbeiten geprüft, die tagsüber von Mitarbeitenden ausgeführt wurden. 

Kilian ergänzt dazu: «Die Technologie entwickelt sich sehr schnell. Es sind aber noch viele Hürden zu nehmen. Beispielsweise müssen regulatorische Rahmenbedingungen erst geschaffen werden, die beschreiben, wie solche Roboter rechtlich eingesetzt werden können. Gemeinsam mit dem Hersteller können wir als Pilatus jedoch erste Erfahrungen sammeln, wie sich diese Technologie künftig bei uns einsetzen liesse.» 

Heissen wir unseren temporären Mitarbeitenden also herzlich willkommen bei Pilatus und schauen, wie er sich nach weiteren Tests effektiv bewährt. Wir werden wieder darüber berichten.

 

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