Progressive, Proven, Professional: Mit dem PC-12 PRO hat Pilatus nicht nur ein bewährtes Flugzeug konsequent weiterentwickelt, sondern auch die Ausbildung neu gedacht. Der neue Simulator bringt Pilotinnen und Piloten im Training an die Realität heran und schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Schulung, Entwicklung und interne Weiterbildung.
Ein professioneller Simulator wie der neue PC-12 PRO Simulator basiert auf von Pilatus bereit gestellten und validierten Flugdaten. Anhand realer Flugtest- und Leistungsdaten wurde er entwickelt und entspricht den Flugeigenschaften des Originalflugzeugs über den gesamten Flugbereich. Flugzeugverhalten, Systemlogik, Cockpitbedienung, Systemausfälle und Wetterbedingungen lassen sich mit höchster Genauigkeit nachbilden. Gleichzeitig erfüllt der Simulator die strengen behördlichen Zulassungsstandards.
Im Zentrum des Simulators steht dabei das Advanced Cockpit Environment (ACE), das auf der neuesten Generation der Garmin G3000 PRIME Avionik basiert. Wer heute auf den PC-12 PRO umschult, trainiert von Beginn an in jener Umgebung, die später auch im Cockpit zum Einsatz kommt. Doch der Simulator dient längst nicht nur der Ausbildung der Pilotinnen und Piloten unserer Kundschaft. Für David Liechti, Pilatus Test Pilot, ist die Anlage zu einem wichtigen Werkzeug geworden: «Der Simulator eröffnet uns Möglichkeiten, die wir früher nicht hatten. Wir können Verfahren entwickeln, trainieren und validieren, ohne dabei von Wetterbedingungen oder der Verfügbarkeit eines Flugzeugs abhängig zu sein.»
Ein Beispiel dafür sind sogenannte Low Visibility Operations (LVO). Verfahren für Flüge bei eingeschränkten Sichtverhältnissen können im Simulator gezielt trainiert, analysiert und weiterentwickelt werden. Szenarien lassen sich beliebig oft wiederholen und unter identischen Bedingungen auswerten. Dadurch können neue Abläufe entwickelt und optimiert werden, bevor sie im realen Flugbetrieb zum Einsatz kommen.
Training über die Ausbildung hinaus
Der Simulator bildet das Cockpit des PC-12 PRO mit hoher Detailtreue ab und ermöglicht es Crews, sich intensiv mit den Systemen und der Logik des Flugzeugs auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Abläufe zu trainieren, sondern ein tiefes Verständnis für das Gesamtsystem aufzubauen.
Auch die Piloten von Pilatus nutzen den Simulator regelmässig. Wenn das Wetter einen Testflug verhindert, können Verfahren trotzdem vorbereitet, trainiert oder validiert werden. Gleichzeitig dient die Anlage der internen Weiterbildung von Pilotinnen und Piloten sowie der technischen Ausbildung.
So können Mechanikerinnen und Mechaniker beispielsweise Standläufe trainieren und den Umgang mit ungewöhnlichen Situationen üben. Was ist zu tun, wenn während eines Standlaufs die Öltemperatur unerwartet ansteigt? Wie reagiert man auf bestimmte Systemmeldungen? Solche Szenarien lassen sich im Simulator gezielt darstellen und gemeinsam analysieren. «Wir können Situationen trainieren, die wir im echten Flugzeug niemals bewusst herbeiführen würden», sagt Liechti.
Trainieren, was im Alltag kaum vorkommt
Besonders wertvoll wird der Simulator dort, wo reale Trainingsmöglichkeiten an ihre Grenzen stossen. Komplexe oder seltene Situationen können sicher und unter kontrollierten Bedingungen geübt werden.
Dazu zählen beispielsweise GPS-Ausfälle während Nordatlantik-Überflügen oder anspruchsvolle Wetterlagen. Crews können also trainieren, wie sie auf einen Navigationsausfall mitten über dem Ozean reagieren oder welche Entscheidungen bei einer plötzlich ändernden Wetterlage getroffen werden müssen. Selbst Brandereignisse können mithilfe einer Nebelmaschine simuliert werden, um Crews möglichst praxisnah auf den Ernstfall vorzubereiten.
Der Simulator eröffnet zudem neue Möglichkeiten in der Trainingsplanung: Differenzschulungen für den PC-12 PRO können weitgehend im Simulator durchgeführt werden. Das spart Zeit, reduziert Kosten und ermöglicht fokussiertes Lernen – unabhängig von Wetter oder Flugzeugverfügbarkeit.
Full-Motion Simulator in Entwicklung
Der aktuelle PC-12 PRO Simulator markiert erst den Anfang. Bereits heute arbeitet Pilatus an einem Full-Motion-Simulator, der die Bewegungen nachahmt. Dieser soll künftig noch immersivere Trainingsmöglichkeiten bieten und die Ausbildungsumgebung weiter ausbauen.
Der PC-12 PRO steht für Innovation im Cockpit. Der Simulator zeigt, dass dieser Anspruch weit über das Flugzeug selbst hinausgeht. Er verbindet moderne Technologie mit praxisnaher Ausbildung und schafft Möglichkeiten, die weit über das klassische Pilotentraining hinausreichen.